Eine Werft für die soziale Wiedereingliederung junger Menschen in Bordeaux

ARPEJe ist ein in Bordeaux ansässiger Verein für die psychosoziale Wiedereingliederung ausgegrenzter Minderjähriger und junger Erwachsener in großer sozialer und/oder psychologischer Notlage. Er bietet verschiedene Dienste an, darunter Unterkunft, medizinische und psychologische Betreuung sowie therapeutische Workshops. 2009 hat der Verein eine Werft eröffnet, die ein wichtiges Betreuungsinstrument darstellt.


Das Wort des Schirmherrn

ARPEJe ist aufgrund des sozialen und gesundheitsheitsbezogenen Charakters eine einzigartige Struktur, die für diese jungen Menschen, die materielle, pädagogische und klinische Hilfe benötigen, besonders gut geeignet ist. Die Werft steht im Mittelpunkt einer Vielzahl von Initiativen, die den Rehabilitations- und Wiedereingliederungszielen dienen. Durch Interaktion und gegenseitige Unterstützung fördert dieser Workshop die Vermischung, die Begegnung und die Wiedereingliederung junger Menschen in die Gesellschaft.

Benjamin Descroix

Benjamin DESCROIX

Vertriebsleiter Agri-Food and Pharmaceuticals,
AIR LIQUIDE FRANCE INDUSTRIE
Industrial Merchant, Region Süd-West


ARPEJe, ein sozial-kollaboratives Umfeld

ARPEJe nimmt jedes Jahr fast 130 benachteiligte Jugendliche auf. Ein etwa fünfzigköpfiges, multidisziplinäres Team bietet ihnen eine personalisierte Betreuung an. Die Werft ist einer der Hebel für die soziale und berufliche Wiedereingliederung. „Unser Ziel war es, eine Aktivität anzubieten, die das psychologisch-sozialpädagogische Projekt des ARPEJe ergänzt“, sagt Projektkoordinatorin Julie Lagardère. „Als dem Verein ein 22 Meter langer Schoner anvertraut wurde, haben wir die Gelegenheit genutzt und seine Restaurierung mit den Jugendlichen geplant.“

Ein pädagogisches Projekt für eine Priorität: die Sozialisation

Die Vereinswerft von ARPEJe ist ein offener, dynamischer Ort, der das Potenzial junger Menschen entwickeln und ihr Wohlbefinden verbessern soll. Die in der Restaurierungswerft anwesenden Fachleute, insbesondere Tischler und Schiffszimmerleute, werden als Betreuer ausgebildet und nehmen an allen Betreuungsgesprächen teil. „Die Stärke dieses Ortes ist es, ein breites Spektrum an Workshops anzubieten“, erklärt die Koordinatorin. „Es geht natürlich darum, dem Schoner ein zweites Leben zu geben, indem man lernt, mit einem edlen Material zu arbeiten. Einige Jugendliche haben jedoch Schwierigkeiten, sich in ein Kollektiv zu integrieren oder sind nicht an der Restaurierung des Schiffs interessiert. Um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, wurden eigens für sie neue Werkstätten zur Herstellung von Holzobjekten eingerichtet.“ Denn vorrangiges Ziel ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, aus der Isolation herauszukommen, einer manuellen Tätigkeit nachzugehen und sich mit den Betreuern und anderen Jugendlichen auszutauschen.

Einen Lebensweg aufbauen

Die Air-Liquide-Stiftung hat es möglich gemacht, Material für die Restaurierung, wie beispielsweise Holz, elektronisches Material und Werkzeuge für die Takelung, zu kaufen. Nach achtjährigen Arbeiten wurde am 29. September schließlich der Mast installiert, und bald ist der Schoner Hippocampe segelfertig. „Damit ist das Projekt nicht beendet, im Gegenteil!“, blickt Julie Lagardère voraus. „Mit der Hippocampe können pädagogische Ausflugsfahrten unternommen werden, und vielleicht werden ARPEJe neue Boote anvertraut.“ So bereitet der Verein ein neues Workcamp für die Integration junger Menschen in geeignete Arbeitssituationen vor, wo „die Arbeit an den Schiffen vergütet wird und somit eine Phase der Anpassung an das Arbeitsleben in einer geschützten Umgebung darstellt.“