Neugestaltung der Gemeinschaftsräume in einem Heim für Menschen mit Behinderungen


Die Vereinigung Perce-Neige entstand auf Initiative des Schauspielers Lino Ventura. Der Vater eines geistig behinderten Mädchens stellt schnell fest, dass es an spezialisierten Einrichtungen mangelt und sensibilisiert die Öffentlichkeit für das Schicksal dieser Menschen. Dank der großzügigen Reaktion der Franzosen kann ein Pilotzentrum eröffnet werden: so wurde die Vereinigung 1966 ins Leben gerufen. Auch nach dem Tod von Lino Ventura geht es weiter. Seit mehr als 20 Jahren leitet sein Enkel – Christophe Lasserre-Ventura – die Vereinigung. Ebenso wie die Behinderung ist Perce-Neige ein familiäres Anliegen.

Den Blick auf die geistige Behinderung verändern

Perce-Neige wurde 1976 als gemeinnützige Vereinigung anerkannt. Sie setzte sich zunächst für die finanzielle Unterstützung bei der Schaffung und beim Bau von geeigneten Strukturen ein, bevor sie in den 80er Jahren ihre eigenen Einrichtungen gründete“, schildert der Vorsitzende. Ein Vorsitzender, der schon sehr früh mit Behinderungen in Berührung kam, da er während seines Studiums über mehrere Jahre den Alltag seines Großvaters teilte. „Er sprach viel über Perce-Neige, und, sobald ich konnte, half ich ihm. Ich stand daher meiner Tante, Menschen mit Behinderungen und Perce-Neige immer sehr nahe. Mein Großvater hat mich mehrmals gebeten, seine Nachfolge an der Spitze der Vereinigung anzutreten und ich habe ihm mein Wort gegeben.“ Die Vereinigung hat in Frankreich schon mehr als 50 spezialisierte Einrichtungen eröffnet mit dem grundlegenden Ziel, den Blick der Gesellschaft zu verändern. Auf welche Weise? Durch Sensibilisierung der öffentlichen Hand für die Bedürfnisse von 7.000 Kindern, die jedes Jahr in Frankreich mit einer geistigen Behinderung geboren werden, sowie ihrer Familien, und durch bessere Aufklärung, um so die Integration zu fördern. Der Blick hat „sich glücklicherweise im Laufe der Jahre verändert und weiterentwickelt. Es gibt allerdings noch weiteren Handlungsbedarf“, stellt Christophe Lasserre-Ventura fest.

Einen neuen Lebensraum schaffen

Die Aufgabe der Pflegeeinrichtung von Saint-Laurent-sur-Gorre im Departement Haute-Vienne ist dieselbe wie die aller anderen Häuser von Perce-Neige auch: Menschen mit Behinderungen aufnehmen, betreuen und pflegen, und ihre oft isolierten Familien empfangen. Das Haus wurde 2010 nach einer Bedarfsprüfung bei den verschiedenen Strukturen des Departements eröffnet. Es nimmt 24 Männer und Frauen im Alter von über 40 Jahren mit psychischen und geistigen Behinderungen in Vollzeitbetreuung auf. „Es ist mir wichtig, dass unsere Vereinigung die Erwartungen der von uns aufgenommenen Bewohner und ihrer Familien bestmöglich erfüllt,“ erläutert der Vorsitzende. Personen mit Wohnsitz im Departement Haute-Vienne genießen ein Vorrecht bei der Aufnahme. So können sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und leichter den Kontakt zu ihren Angehörigen halten. „Die Familien werden in das Leben der Bewohner einbezogen und bringen sich sehr stark ein. Der Austausch mit ihnen ermöglicht eine bessere Betreuung,“ erklärt Sylvie Laroye, Leiterin des Hauses von Saint-Laurent-sur-Gorre. „Unsere Bewohner sind vollkommen berufsunfähig und benötigen die Hilfestellung einer dritten Person für das Alltägliche. Glücklicherweise verfügen wir über ein fachübergreifendes Team, das sowohl im Pflegebereich als auch für spielerische, pädagogische und soziale Aktivitäten ausgebildet ist.“

Den Austausch begünstigen

Die Vereinigung hält bei allen ihren Einrichtungen am Begriff „Haus“ fest. Sie legt großen Wert auf kleine Gemeinschaften, in denen es für die Bewohner einfacher ist, Beziehungen untereinander aufzubauen. So wurden drei der Kochnischen und die Gemeinschaftsräume, die nicht mehr altersgerecht waren, renoviert. Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung konnten Einrichtungsgegenstände gekauft werden. Jeder Bereich ist nunmehr mit einem Sofa und zwei bequemen Sesseln ausgestattet. Die Bewohner wurden in die Auswahl der Möbel einbezogen und haben selber Wandregale gestaltet. Die Räumlichkeiten sind somit viel gemütlicher. Fazit der Leiterin: „Es ist enorm wichtig, dass die Bewohner sich wohl fühlen, da sie hier zu Hause sind und sie solange bleiben werden wie wir ihnen die nötige Pflege gewähren können. Es liegt bei uns, ihnen Wohlwollen und Empathie im Alltag entgegen zu bringen.

[divider]

Weitere Informationen

[divider]

Aussage

Ich wurde in diesem Haus von Perce-Neige sehr nett empfangen. Das gesamte Personal nimmt die Aufgabe der Pflege von geistig behinderten Menschen sehr ernst. Da sich der Großteil der Ausgaben aus öffentlichen Mitteln finanziert, kann leider nicht alles angeschafft werden, was nützlich wäre. Insbesondere reichen die Mittel nicht für Einrichtungsgegenstände. Insofern ist das von der Stiftung unterstützte Projekt sinnvoll. Hierdurch können den Bewohnern freundliche Räumlichkeiten für ihren Alltag zur Verfügung gestellt werden.

Joël Pinault
Regionaler Verkaufsleiter von Air Liquide France Industrie, Activité Industriel Marchand, Region Südwest